SIEDLUNG
2003-2007

Bernd Kleinheisterkamp researches in his work SIEDLUNG the apparent resemblance and uniformity of the settlement buildings in the north-side of Essen. At first sight they are pure functional buildings, without any architectural highlight – totaly interchangeble und devoid of locality. The photos open up spacial relations among the constructions and towards the environment, which report in a way about human relations.
SIEDLUNG is a long-time projekt (2003-2007), where Bernd Kleinheisterkamp trys to compile a bulky image of the shape/figure of the settelments.
Text: Ulrike Westphal

ca. 80 C-prints, ca.30x40 cm, framed

My Text:

An den Siedlungsbauten im Essener Norden fasziniert mich die scheinbare Uniformität, die Verwechselbarkeit der Bauten untereinander. Sie sind auf den ersten Blick langweilig, reine Zweckbauten, ohne architektonisches Ereignis. Die Häuser erscheinen mir wie ein Versuch der Definition des Mehrfamilienhauses im Indusriezeitalter; eines Mindestwohnstandards für Arbeitnehmer in Deutschland.
Wichtig war es mir die Bezüglichkeit der Bauten zueinander darzusellen, in der Überzeugung, daß formale, räumliche Bezüge Hinweise auf soziale Beziehungen sind, die von unserer Lebenswelt berichten.
Zeitspanne: Mit der Renovierung der Hausfassaden ist die ursprüngliche Konzeption aufgefrischt, modernisiert worden. Die farbliche und bauliche Neugestaltung hat die Gestalt der Siedlungsbauten in unsere Zeit geholt worden. Der heutige Zeitgeist wurde über den der 70er Jahre gelegt und macht so den alten, wie den neuen erst sichtbar. Es tut sich eine Zeitspanne zwischen erster Realisierung und heutiger Renovierung auf. Da, wo Gebäude durch hinzugekommene Dämmstoffe an der Aussenfassade ihre Form verändert haben findet eine weitere visuelle Verzerrung statt, die uns sagt: das ist heute. Deswegen lassen sich die Fotografien so gut in der Jetztzeit verorten: aufgrund der zweiten Ebene, die die heutige Gestaltung über die ursprüngliche Absicht gelegt hat.
Arbeitsweise: Ausgangspunkt war der Versuch Häuser wie Schuhkartons in einem Grossraumstudio zu fotografieren. Häuser sollten in Grundformen wie Dreiecke und Rechtecke abstrahiert werden um sie im Bild formal zueinander in Beziehung zu setzen. Ich wollte dafür Objekte aus meiner nächsten Umgebung nutzen.
SIEDLUNG ist zu einem Langzeitpojekt geworden, in welchem ich ein möglichst umfangreiches Bild der Gestalt der Siedlungsbauten erstellen will. Der dokummentarische Aspekt wird zunehmend wichtiger.
In der großen Anzahl der Einzelbilder sehe ich die Chance, daß im vergleichenden Sehen der Bilder, der abstrakte Charakter, der vordergründig sachlichen Aufnahmen, besser zum Vorschein kommt.

Die Arbeit umfaßt derzeit 80 C-Prints, ca. 30x40 cm, gerahmt

2007

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